Kritik Oper: Plötzlich wollen es alle sehen!

Warum man Richard Strauss’ “Capriccio” in der Staatsoper stürmen muss.
Nichts ist mehr, wie es war. „Capriccio“ von Richard Strauss galt einst als schwer zu verkaufen. Auch luxuriös besetzte Aufführungen des delikat-hintergründigen Spätwerks gingen vor keineswegs vollem Haus über die Bühne. Heute heißt es: „Ausverkauft.“ Das hat seine Gründe. Die Inszenierung Marco Arturo Marellis, vielleicht kein genialer Wurf, verzichtet auf entstellende Modernismen, lässt handwerklich geschickt die Seelenverwirrungen der Darsteller ahnen, um die es hinter dem Paravent eines Disputs über die Vorherrschaft von Musik oder Text in der Opernkunst eigentlich geht.

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