Ja, mir ist heute eine frei herumlaufende Hundebesitzerin im Prater über den Weg gelaufen, die offensichtlich lebensgefährlich unverantwortlich ist. Diese bescheuerte Tussi (Schlampe, sehr unwichtige, oberflächliche Person) hat mit ihrem Dobermann innerhalb von 1 bis 2 Stunden zig Leute terrorisiert und so nebenbei mussten auch noch ein paar kleinere Hunde lernen, dass hier total unverantwortliche Menschen Hunde besitzen dürfen, von denen sie offensichtlich absolut keine Ahnung haben.
Zuerst einmal zum Anlass dieses Artikels. Ich wollte heute wieder einmal ein wenig Qigong und Tai Chi auf einer Praterwiese üben. Dazu laufe ich ein paar Schritte und da ich absolut keine Kondition habe, muss ich dann wieder ein paar hundert Meter gehen, dann laufe ich wieder und als ich gerade die letzten Meter bis zu “meiner” Übungswiese laufen wollte, kam mir ein wirklich sehr schöner, edel aussehender, junger Dobermann entgegen. Ich blieb sofort stehen und ich glaube, mein Herz machte es mir nach.
Ich hatte das unglaubliche Glück, dass er nicht mit mir spielen wollte, sondern an einer Familie mit Kinderwagen und einem kleinen Hund mit Beißkorb und an der Leine interessiert war.
Ich habe mich sofort unauffällig etwas entfernt, um aus größerer Entfernung mein Kniezittern unter Kontrolle bringen zu können. Es gab ein Gejaule und das Herrchen versuchte, den schon am Rücken liegenden kleinen Hund an der Leine vom Dobermann weg zu ziehen. Allmählich kam auch die Besitzerin des Dobermanns mit dem Fahrrad über die Wiese zum Tatort, kramte eine Leine hervor und nahm den Hund also an die Leine. Irgendwie wunderte es mich, dass diese blöde Tussi überhaupt so etwas dabei hatte. Jedenfalls hatte die Mutter mit dem Kinderwagen und einem Kleinkind am Arm noch den Mut mit der Besitzerin zu reden. Die Entfernung war zu groß, daher konnte ich die Worte nicht verstehen, aber ich sah, dass diese Frau unglaublich beherrscht und mutig, normal sprechen konnte und dann ihren Weg fortsetzte. Ich hingegen konnte das Schlottern der Knie einfach nicht in den Griff bekommen und die Angst steckte mir schon im Hals. Ärger kam auch auf, muss ich mir das wirklich bieten lassen? Habe ich kein Recht auf angstfreies Leben in einem öffentlichen Erholungsgebiet?
Die Tussi stieg auf’s Fahrrad und wollte den Hund nun an der Leine neben ihr herlaufen lassen, aber schon nach ein paar Metern stürzte sie und der Hund lief nun eben mit der Leine herum. Sie rappelte sich hoch und rief den Hund zu sich, doch dieser dachte nicht daran, dem Frauchen zu gehorchen. Also musste sich diese Tussi auf den Weg zum Hund machen und dieser lief ein paar mal weg, als sie nach der Leine griff. Dieses Spielchen zu beobachten regte meine Adrenalinproduktion unheimlich an, mir wurde fast übel von der Dosis, aber endlich konnte sie den Hund einfangen und siehe da, sie nahm ihm die Leine wieder ab, setzte sich auf ihr Fahrrad und beide verschwanden auf einem Waldweg – in den Wald hinein!
Ich dachte mir noch, wie kann man so verblödet sein und mit einem Hund, den man absolut nicht unter Kontrolle hat, ohne Beißkorb und Leine in den Wald gehen. Was denkt diese Tussi, was ihr Hündchen wohl macht, wenn sich ein Hase zeigt?
Egal, ich konnte nun endlich meine Übungen beginnen und mich allmählich beruhigen.
Kaum aufgewärmt und noch immer ein leichtes Zittern in den Knien wollte ich gerade mit der Form beginnen, als ich dieses Gespann zurückkommen sah. Sch… sie kamen auf die Wiese. Da gab es einige belegte Parkbänke, aber alle Menschen verflüchtigten sich, als diese Tussi mit ihrem Dobermann zurück kam. Diese wollte mit ihrem Hündchen Balli spielen, aber das Hündchen hatte keine Lust und sah zu mir herüber. Ich habe sofort abgebrochen und mich aufs andere, äußerste Eck der Wiese verzogen. Ich suchte mir einen festen, spitzen Stock, nur um mich beruhigen zu können, steckte ihn in die Erde und begann wieder mit meinen Übungen. Um den Stock herum und den Hund nie aus den Augen lassend. Gut sie waren einige hundert Meter entfernt, aber ich weiß wie verdammt schnell so ein Kerl laufen kann und ich rechnete mir aus, dass ich es mit einem Hechtsprung auf den ersten Ast von dem Baum unter dem ich übte locker schaffen kann, wenn ich ihn achtsam im Auge behalte. Natürlich habe ich einen Baum gewählt, der mir die Möglichkeit bot, weiter hinauf zu klettern.
Hunde können nicht Baumkraxeln, daher halte ich mich ganz gerne in der Nähe von Bäumen auf, aber ist das wirklich nötig? Muss ich mich wirklich in die Baumkronen zurückziehen, weil es Tussis gibt, die einen Rottweiler, einen Dobermann oder ähnliche Hunde mit einem Plüschtierchen oder einem Schoßhündchen verwechseln? Ich laufe ja auch nicht mit einer geladenen, entsicherten Kanone herum, ziele damit auf Menschen und sage: “hallo, ich will ja nur spielen”!
Die Dame gehört hinter Gitter und der Hund in verantwortliche Hände! Schafft ein Gesetz, das mir meine Menschenrechte gewährleistet und ich mich frei und ohne Angst auf öffentlichen Plätzen bewegen kann. Falls es das Gesetz schon gibt, dann achtet bitte darauf, dass es auch eingehalten wird. Das Gackerl muss in ein Plastiksackerl eingepackt werden, was so ziemlich die dekadenteste Umweltzerstörung ist, die ich kenne, aber mit entsicherten, geladenen Waffen in Form eines Dobermanns oder Rottweilers, darf so eine blöde Tussi schon herumlaufen.
Der Hund war sicher nicht bösartig, sondern sehr kraft- und elanvoll, etwas übermütig und quasi ohne Beaufsichtigung bzw. Führung, obwohl das Frauchen sogar mit ihm Balli spielen wollte. Kann sich diese Dame nicht einen Rehpinscher oder noch besser einen Teddy zulegen?
Ähnliches ist mir übrigens gerade vor ein paar Tagen auch in der U-Bahn widerfahren. Da blockierte, ebenfalls eine “Dame” mit ihrem Hund ohne Beißkorb die ganze U-Bahn. Wenn nämlich jemand am Gang vorbei gehen wollte, hat das das Hündchen als Angriff auf ihr liebes Frauchen gewertet.
Hundebesitzer sollten je nach Rasse, oder zumindest für bestimmte Rassen, eine Prüfung machen müssen und nur wer verantwortungsvoll mit einem Hund umgehen kann und wer ihn artgerecht halten kann, sollte einen besitzen dürfen. Ich kann ja auch nicht ins nächste Waffengeschäft gehen, mir einen Revolver kaufen, laden und in der U-Bahn jedesmal demonstrativ den Hahn spannen, wenn jemand an mir vorbei gehen will.
Der Vergleich soll Hundebesitzern nur zeigen, wie ich mich fühle, wenn ich einen freien Platz suchend durch den Gang gehe und plötzlich springt vor mir ein aggressiver, scharfer Hund auf und blockiert mit den Zähnen fletschend den Weg.
Ich meine, in einer zivilisierten Gesellschaft, die nicht gerade im Ausnahmezustand lebt, sollte das eigentlich nicht vorkommen. Ich habe keine Ahnung weshalb man sich so einen Hund (als Waffe missbrauchtes Tier) zulegt, aber wenn es zum Schutz ist, dann sollte man ihn wenigstens sichern, wenn man sich nicht in Gefahr wähnt. Falls man sich permanent in Gefahr wähnt, empfehle ich statt den scharfen Hund eine psychiatrische Behandlung.
Ich bin tierliebend und die Hunde können sicher nichts dafür, dass sie bei mir immer unbeliebter werden, sondern die Besitzer sind daran Schuld, denn ich weiß, dass ein Hund in Händen eines unberechenbaren, unwissenden oder einfach unfähigen Besitzers eine unberechenbare Gefahr darstellt. Muss ich mich deshalb auf legalem Weg bewaffnen, oder ist die Stadt in der Lage, diese gemeingefährlichen, herumstreunenden BesitzerInnen einzufangen?
Abgesehen von ein paar Kleinigkeiten hatte ich eigentlich immer nur freudige Erlebnisse mit Hunden und es wäre schön, wenn das auch so bleiben könnte, aber das kommt eben auf die Besitzer an.
Bei den erwähnten Kleinigkeiten war ich teilweise selbst Schuld, also zumindest bei meiner ersten unangenehmen Erfahrung. Als Kleinkind wollte ich einen Bernhardiner, der um einiges größer war als ich und auf dem ich sogar manchmal geritten bin, aus der Küche bringen und dabei schnitt ich mich an seinen Zähnen, weil er sich einfach nicht auf die Nasen hauen lassen wollte. Nicht einmal von einer kleinen Kinderhand, die ihn sonst immer nur lieb kraulte und streichelte und das verstehe ich auch voll und ganz. Danke lieber Burli, dass du damals nicht zugebissen hast, sonst wäre meine Hand weg gewesen.
In meiner Jugend zwickte mich ein Dackel von hinten in den Oberschenkel, als ich ihn aus den Augen lies, weil ich ja schon an seinem Haus vorbei war. Ja und ein Schäfer holte mich vom Fahrrad, anscheinend bin ich ihm zu langsam gefahren. Ich hatte aber nur ein zerfetztes Hosenbein, eine leichte Bisswunde, weil er einmal die Hose verfehlte und Abschürfungen vom Sturz. Die schönen Erlebnisse mit Hunden – Hunde von mir fremden Menschen und v.a. den Hunden meiner Großeltern – überwiegen und mein Verhältnis ist eigentlich ungetrübt, abgesehen davon, dass sie mir vielleicht zu schnell Angst machen, aber das liegt vor allem daran, dass ich ja die Besitzer, von frei herum laufenden Hunden in Erholungsgebieten und Parks nicht kenne.
Da fällt mir ein, wie machen diese Tussis das eigentlich mit dem Gackerl, wenn die Hunde nicht an der Leine sind und irgendwo frei herum laufen?
Weblinks:
Dog Guide – Tipps für den richtigen Umgang mit Hunden
Hundeführschein
Selbstverteidigung gegen Hunde!
Hundeschule in Wien
ÖGV
Hundewelt.at
Leinen- und Maulkorbpflicht, Verunreinigung: Start einer zweiwöchigen Schwerpunkt-Aktion der Wiener Polizei
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